Hyposegmentierung von Granulozyten (HG)
Die Hyposegmentierug von Granulozyten (HG) bei Australian Shepherds wird durch eine autosomal-rezessive Mutation im LMBR1L-Gen
verursacht. Diese Mutation verändert die Morphologie des Zellkerns bei Granulozyten, einer Art von Leukozyten (weisse Blutkörperchen).
Normalerweise hat der Zellkern von Granulozyten zwei bis vier Segmente, aber bei der Hyposegmentierung sind weniger Segmente
vorhanden.
HG kann entweder primär aufgrund der Mutation im LMBR1L-Gen oder sekundär als Folge anderer Erkrankungen wie Leukämie oder
Strahlenexposition auftreten. Interessanterweise weist HG bei Hunden ein Phänotyp auf, der der Pelger-Huët-Anomalie (PH) beim
Mensch ähnelt. Hunde mit Primärer HG scheinen jedoch keine erhöhte Veranlagung für Infektionen oder Immunschwäche zu haben. Das
bedeutet, dass die primäre HG selbst keine Behandlung benötigt.
Klinische Merkmale
Obwohl primärer HG an sich nicht schädlich oder krankheitserregend ist, ist es für Besitzer und Tierärzte hilfreich zu wissen, ob ein
Australian Shepherd die Mutation trägt. Betroffene Hunde weisen hyposegmentierte Granulozyten auf einem Blutausstrich auf. Dies als
gutartigen, zufälligen Befund - und nicht als Symptom einer Störung - zu erkennen, kann unnötige Besorgnis vermeiden. Des weiteren dient
der DNA-Test HG als nützliches diagnostisches Instrument. Wenn ein Australian Shepherd eine Hyposegmentierung von Granulozyten zeigt,
aber die LMBR1L-Mtation nicht trägt (d.h. frei von der Mutation oder Träger der Mutation ist), sollten andere mögliche Ursachen für die
Hyposegmentierung untersucht und entsprechend behandelt werden.++
Quelle:
Certagen GmbH, D53359 Rheinbach